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Buddha

Das Evangelium Buddhas nach alten Quellen von Paul Carus


Achtfacher Pfad - Brahmas Bitte - Die Traumgleichtheit des Daseins - Nirwana - Wahrheit - Zehn Gebote Buddhas


Einführung

2. Samsara und Nirwana

Ihr, die ihr euch sehnt nach Leben, wisset, dass Unsterblichkeit verborgen liegt in der Vergänglichkeit. Ihr, die ihr ein Glück begehret, welches nicht die Keime der Enttäuschung und der Reue enthält, folget dem Rate des Meisters und lebet ein Leben der Rechtschaffenheit. Ihr, die ihr Verlangen traget nach echten Reichtümern, kommt und empfanget Schätze, die ewig sind. 8
Die Wahrheit ist ewig. Die Wahrheit kennt weder Geburt noch Tod und hat weder Anfang noch Ende. Jauchzet der Wahrheit entgegen, ihr Sterblichen, und lasset die Wahrheit einziehen in eure Seelen. 9
Die Wahrheit ist der unsterbliche Teil eurer Seele. Der Besitz der Wahrheit ist Reichtum, und ein Leben in Wahrheit ist Glückseeligkeit. 10
Begründet die Wahrheit in euren Gemütern, denn die Wahrheit ist das Abbild dessen, das ewig ist; sie ist eine Darlegung des Unveränderlichen, sie offenbart das Dauernde. Die Wahrheit gewährt Sterblichen die Gabe der Unsterblichkeit. 11
Buddha ist die Wahrheit. Lasset Buddha in euren Herzen wohnen. Vernichtet in eurer Seele jede Begierde, die mit Buddha unverträglich ist, und ihr werdet endlich im Geiste Buddha gleich werden. 12
Alles, was in eurer Seele nicht sich zu Buddha entfaltet, muss vergehen, denn es ist eitel Wahn und unwahr; es ist die Quelle eures Irrtums und der Grund eures Elendes. 13
Ihr könnt eure Seele unsterblich machen dadurch, dass ihr sie erfüllt mit Wahrheit. Werdet darum Gefäße, geeignet, die Ambrosia der Worte des Meisters aufzunehmen. Reinigt euch von Sünden und heiligt euer Leben. Es gibt keinen anderen Weg, die Wahrheit zu erreichen. 14
Lernet den Unterschied zwischen Selbst und Wahrheit. Selbst ist der Grund aller Selbstsucht und die Quelle der Sünde. Die Wahrheit bleibt nicht am Selbst haften; sie ist allgemein und führt zu Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit. 15
Denen, die ihr Selbst lieben, erscheint das Selbst als ihr eigenstes und wahres Wesen; doch das Selbst ist nicht ewig; es ist nicht dauernd, nicht unvergänglich. Suchet nicht euer Selbst, suchet vielmehr die Wahrheit. 16
Wenn wir unsere Seelen von unserem kleinlichen Selbst befreien, Niemandem übel wollen und rein werden wie ein Diamantkristall, der das Licht der Wahrheit klar zurückwirft, wie leuchtend wird das Bild in uns sein, das die Dinge spiegelt, wie sie sind, ohne Beimischung brennender Begierden, ohne Verzerrung irrigen Wahns, ohne Erregung sündiger Ruhelosigkeit. 17
Wer sein Selbst sucht, sollte unterscheiden zwischen dem falschen und dem wahren Selbst. Das Ich und die Ichsucht ist das falsche Selbst; sie sind unwahre Wahngebilde und Verbindungen vergänglichen Art. Wer sein Selbst in der Wahrheit sucht, wird Nirwana erreichen, und wer in Nirwana eingegangen ist, hat das Buddhatum erreicht. Er hat den höchsten Segen erworben und ist zu dem geworden, was ewig und unsterblich ist. 18
Alle zusammengesetzten Dinge müssen wieder aufgelöst werden, Welten werden zerbrechen, und unsere Persönlichkeiten werden verstreut werden, die Worte Buddhas aber bleiben ewiglich. 19
Die Tilgung des Selbst ist Erlösung; die Vernichtung des Selbst ist Bedingung aller Erleuchtung; das Auslöschen des Selbst ist Nirwana. Glücklich ist, wer aufgehört hat, dem Vergnügen zu leben und in der Wahrheit ruhet. Wahrlich, seine Ergebenheit und die Stille seines Gemütes sind höchste Seligkeit. 20
Lasset uns Zuflucht nehmen bei Buddha, denn er hat das Dauernde im Vergänglichen gefunden. Lasset uns Zuflucht nehmen in der Wahrheit, die durch Buddhas Erleuchtung gewonnen ist. 21







3. Wahrheit der Heiland

Die Dinge der Welt und ihre Bewohner sind dem Wechsel unterworfen; sie sind das Erzeugnis der Dinge, die vorher da waren, und alle lebenden Wesen sind das, wozu ihre früheren Taten sie gemacht haben; denn das Gesetz von Ursache und Wirkung herrscht allüberall und ist ohne Ausnahme. 1
Aber in dem Wechsel der Dinge liegt die Wahrheit verborgen. Wahrheit macht die Dinge wirklich. Wahrheit ist die Dauer im Wechsel. 2
Und die Wahrheit verlangt danach, zu erscheinen; Die Wahrheit sehnt sich danach, sich selbst zu kennen. 3
Wahrheit wohnt im Stein, denn der Stein ist hier. Keine Macht der Welt, kein Gott, kein Mensch, kein Dämon, kann sein Dasein zerstören. Aber der Stein hat kein Bewußtsein. 4
Wahrheit wohnt in der Pflanze, und ihr Leben kann sich entfalten. Die Pflanze wächst und blüht und bringt Frucht. Ihre Schönheit ist wunderbar, aber sie hat kein Bewußtsein. 5
Wahrheit wohnt im Tier; es bewegt sich und nimmt seine Umgebung wahr; es unterscheidet und lernt wählen. Bewußtsein entsteht, aber es ist noch nicht das Bewußtsein des Selbst. 6
Das Bewußtsein des Selbst verdunkelt die Augen des Geistes und verbirgt die Wahrheit. Es ist der Ursprung des Irrtums, die Quelle des Wahnes und das Saatkorn der Sünde. 7
Selbst gebiert Selbstsucht. Es gibt kein Übel, das nicht dem Selbst entfließt und es gibt kein Unrecht, das nicht durch Überbegriffe des Selbst geschieht. 8
Selbst ist der Anfang von allem Haß, von Übeltat und Verleumdung, von Schamlosigkeit und Unzucht, von Diebstahl und Raub, von Unterdrückung und Blutvergießen. Selbst ist Mara, der Versucher, der Übeltäter, der Urheber des Ärgernisses. 9



Prinz Siddhartha wird Buddha

14. Brahmas Bitte

Nachdem der Gebenedeite das Buddhatum erreicht hatte, sprach er mit Weihe: 1
Selig ist, wer frei ist von Bitterkeit. Selig ist, wer Lust nicht kennt und den Dünkel aufgibt, welcher dem Wahne "Ich bin" entspringt. 2
Ich habe die tiefste Wahrheit erkannt. Sie ist erhaben und gibt Frieden, aber sie ist schwer zu verstehen, denn die Mehrzahl der Menschen bewegt sich im Kreise weltlicher Interessen und hat Lust an weltlichen Begierden. 3
Wer weltlich gesinnt ist, wird diese Lehre nicht verstehn, denn für ihn gibt es Glück nur in der Selbstsucht, und die Seligkeit, welche in dem vollkommenen Aufgehen in der Wahrheit liegt, ist für ihn unverständlich. 4
Er wird Verleugnung nennen, was dem Erleuchteten die reinste Freude ist. Er wird da Vernichtung sehen, wo der Vollkommenene Unsterblichkeit findet. Ihm wird das Tod sein, was der Besieger des Selbst als ewiges Leben erkennt. 5
Die Wahrheit bleibt dem verborgen, welcher sich in der Knechtschaft des Hasses und der Begierde befindet. Das Nirwana bleibt gewöhnlichen Seelen, die von weltlichen Interessen wie von Wolken umgeben sind, unbegreiflich und geheimnnisvoll. 6
Sollte ich die Lehre verkünden und die Menschen sie nicht begreifen, es würde mir nur Ermüdung und Beschwerden bringen. 7
Da kam Brahma Sahampati nieder vom Himmel, und nachdem er dem Gebendeiten seine Verehrung bezeugt, sprach er: 8
Wehe ! die Welt muss verderben, wenn der Heilige, der Tathagata, sich entschließen sollte, nicht den Dharma zu verkünden. 9
Erbarme dich derer, die mühselig ringen; habe Mitleid mit den Leidenden; hilf den Geschöpfen, welche hoffnungslos gefangen liegen in den Fallstricken der Trübsal! 10
Es gibt Geschöpfe, welche fast frei sind vom Staub der Weltlichkeit. Wenn ihnen die Lehre nicht verkündet wird, gehen sie verloren; wenn sie dieselbe aber vernehmen werden, werden sie glauben und Erlösung erlangen. 11
Der Gebenedeite sah mit dem Auge eines Buddha in Barmherzigkeit nieder auf alle empfindenden Wesen; und sah er unter unter ihnen Geschöpfe, deren Seelen nur wenig bedeckt waren vom Staub der Weltlichkeit, welche empfänglich waren und leicht zu unterrichten, welche die Gefahren und Lust der Sünde wohl kannten. 12
Und der Gebenedeite sprach: Weit sei die Türe der Unsterblichkeit Allen geöffnet, welche Ohren haben, zu hören. Mögen sie den Dharma gläubig empfangen. 13
Da erkannte Brahma Sahampati, dass der Gebenedeite seine Bitte erhört hatte und die Lehre verkünden wollte. 14



Die Gründung des Reiches der Gerechtigkeit

25. Anathapintika

Der ruhelose, geschäftige Geist der Welt, sage ich, ist die Wurzel allen Schmerzes. Strebe nach Seelenverfassung, welche in dem Frieden der Unsterblichkeit ruht. Das Selbst ist nur eine Verbindung mannigfacher Eigenschaften, und seine Welt ist leer wie ein Traumgebilde. 4

Die Seligkeit eines religiösen Lebens kann jeder erlangen, welcher auf dem erhabenen achtfachen Pfade wandelt. Der welcher am Reichtum hängt, tut besser daran, denselben von sich zu werfen, als dass sein Herz dadurch vergiftet wird; derjenige aber welcher nicht am Reichtum hängt und das Vermögen, das er besitzt, recht anwendet, wird seinen Mitgeschöpfen Segen bringen. 16





Befestigung der Religion Buddhas

45. Vernichtung des Leidens

Und welcher Weg, ihr Brüder, führt zur Vernichtung des Leidens? 16
Zur Vernichtung des Leidens führt der heilige, achtfache Pfad, der da besteht in rechter Erkenntnis, rechtem Entschluss, rechter Rede, rechtem Tun, rechtem Leben, rechtem Kämpfen, rechtem Denken, rechtem Sichversenken. 17
Ein edler Jüngling, o ihr Brüder, macht dem Leiden schon in diesem Leben ein Ende, wenn er das Leiden erkennt, die Entstehung des Leidens und die Vernichtung des Leidens, wenn er den zur Vernichtung des Leidens führenden Weg betritt; wenn er die Regung der Leidenschaft unterdrückt, das Aufwallen des Zornes bemeistert; wenn er den Dünkel 'Ich bin' von Grund aus vernichtet, das Nichtwissen verlässt und Erleuchtung erlangt. 18



46. Die 10 Gebote

Buddha sprach: Alle Handlungen der lebenden Wesen werden böse durch zehn Dinge, und durch Vermeiden dieser zehn Dinge werden sie gut. Es gibt drei Sünden des Leibes, vier Sünden der Zunge und drei Sünden des Herzens. 1
Die drei Sünden des Leibes sind Mord, Diebstahl und Ehebruch. 2
Die vier Sünden der Zunge sind Lüge, Verleumdung, Schmähung und eitles Geschwätz. 3
Die drei Sünden des Herzens sind Habsucht, Hass und Irrtum. 4
Darum gebe ich euch diese Gebote:
1. Tötet nicht, sondern bemüht euch Leben zu erhalten und zu fördern. 6
2. Stehlet nicht, noch raubet, sondern helfet Jedermann, die Früchte seiner Arbeit zu ernten. 7
3. Enthaltet euch aller Unreinheit und führet ein züchtiges und keusches Leben.
4. Lüget nicht, sondern sondern seid aufrichtig und redet die Wahrheit, nicht in Schadenfreude, sondern mit liebenden Herzen und Weisheit. 9
5. Verleumdet nicht. Tadelt nicht, sondern achtet die guten Seiten eurer Mitmenschen, so dass ihr sie gegen ihre Feinde verteidigen könnt.
6. Fluchet nicht, sondern redet mit Anstand und Würde. 11
7. Vergeudet nicht die Zeit mit leeren Reden, sondern sprecht zur Sache oder schweigt. 12
8. Lasst euch nicht gelüsten nach dem, was Andere besitzen; beneidet sie nicht, sondern freut euch ihres Wohlergehens. 13
9. Läutert eure Herzen von Bosheit; treibet allen Groll und und Missgunst aus; nähret keinen Hass, selbst nicht gegen eure Verleumder und Widersacher; sondern umfanget alles, was da lebt, mit Güte und Wohlwollen. 14
10. Befreiet euren Geist von Unwissenheit und trachtet danach, die Wahrheit zu erkennen, besonders in dem Einen, das Not tut, auf dass ihr nicht dem Zweifel oder dem Irrtum anheimfallet. Zweifel wird euch gleichgültig machen, und Irrtum wird euch hindern, den edlen Pfad zu finden, der zum ewigen Leben führt. 15



Buddha der Lehrer

60. Amitabha

Da sprach der Jünger: "Lehre mich, o Herr, die Betrachtungen, die ich üben muss, damit meine Seele eingehe in dieses Paradies des reinen Landes." 18
Buddha sprach: Es gibt fünf Betrachtungen. 19
Die erste Betrachtung ist die Betrachtung der Liebe, in welcher du dein Herz also richten mußt, dass du das Glück und Wohlergehen aller Geschöpfe, auch das deiner Feinde, herbeisehnst. 20
Die zweite Betrachtung ist die Betrachtung des Mitleids, in welcher du alle Geschöpfe, die in Drangsal sind, gedenkst. Stelle dir im Geiste alle ihre Leiden und Kümmernisse so lebendig vor, dass sie in eine tiefempfundene Barmherzigkeit erwecken. 21
Die dritte Betrachtung ist die Betrachtung der Freude, in welcher du des Wohlergehens anderer gedenkst und dich ihres Frohsinns erfreust. 22
Die vierte Betrachtung ist die Betrachtung der Unreinheit, in welcher du die üblen Wirkungen von Verdorbenheit und Sünde erwägst. Wie gering sind oft die Freuden des Augenblicks und wie verderblich ihre Folgen! 23
Die fünfte Betrachtung ist die Betrachtung der Gemütsruhe, in welcher du dich über Liebe und Haß, über Tyrannei und Bedrückung, über Reichtum und Not erhebst und dein eigenes Los mit unparteiischem Gleichmut und vollkommener Ruhe betrachtest. 24

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So wie jeder von uns fast jede Nacht aus einem Traum erwacht, ist die Erkenntnis der materiellen Welt nur durch eine subjektive Wahrnehmung möglich, die einem Traumgebilde gleicht. Buddha ist aus diesem Traumgebilde erwacht. Die Traumgleichtheit des Daseins:




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